Piercingstellen
Ohrpiercings
Mit einem Ohrloch ist meistens das Piercing durch das Ohrläppchen gemeint (9) , jedoch kann im Ohr an zahlreichen weiteren Stellen in der Ohrmuschel Piercingschmuck angebracht werden, wobei dann häufig kleinere Ball-Closure-Ringe eingesetzt werden. Diese Piercings ziehen meistens einen langwierigen Heilungsprozess mit sich.
Das Helix(1) verläuft durch das Knorpelgewebe der Ohrkante und gehört zu den häufigsten Piercings in der Ohrmuschel.
Als Industrial(2) werden zwei gegenüberliegende Helix-Piercings verstanden, die mit einem Barbell verbunden sind.
Im Anti-Helix kann das Rook(3) gestochen werden.
Der Daith(4) wird durch die waagerechte Auswölbung in der Ohrmuschel gestochen und ist bedingt durch die geringe Größe der Stelle etwas schwieriger zu stechen.
Das Tragus-Piercing(5) führt durch den Knorpelfortsatz am Eingang des Gehörkanals. An dieser Stelle ist das Knorpelgewebe dünner als beim Conch, wird jedoch aufgrund der sehr kleinen und engen Stelle beim Stechen und besonders beim Einsatz des Piercingschmucks stärker belastet.
Das Snug(6) verläuft durch die innere Knorpelauswölbung parallel zur Ohrkante.
Der Conch(7) sitzt direkt in der inneren oder äußeren Ohrmuschel. Selten sieht man an dieser Stelle auch ein durch Dermal Punch heraus gestanztes Loch mit größerem Durchmesser.
Das Anti-Tragus-Piercing(8) befindet sich entsprechend an dem Tragus gegenüberliegenden Knorpelfortsatz.
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Anti-Augenbrauenpiercing
Andere Bezeichnungen für das Anti-Augenbrauenpiercing sind Tear, Teardrop oder Upper Cheek.
Diese Art des Piercings sitzt unterhalb des Auges, über dem Wangenknochen und zählt zu den sogenannten Oberflächenpiercings. Auf Grund dessen, kann es zum Rauswachsen neigen, was Narben nach sich ziehen kann.
Die komplette Abheilung dauert auf alle Fälle mehrere Monate und als Schmuck wird häufig ein Micro Curved Barbell oder ein Surface Barbell eingesetzt.
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Ashley Piercing

Das Ashley Piercing (auch Racoon Piercing) wird diagonal von außen nach innen durch das Lippenrot der Unterlippe gestochen.
Eine Kugel sitzt außen auf der Unterlippe, die andere befindet sich innerhalb der Unterlippe.
Die Heilungszeit beträgt etwa 2 bis 6 Monate. In der ersten Zeit sollte man auf Tabak und Alkohol, sowie säurehaltige und scharfe Speisen verzichten.
Als Piercingschmuck eignet sich am besten ein Curved Barbell.
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Augenbrauenpiercing
Das Augenbrauenpiercing wird vertikal am äußeren Drittel der Augenbraue gestochen, kann aber auch horizontal verlaufen.
Es können mehrere Piercings hintereinander eingesetzt werden. Dadurch dass der Stichkanal nicht tief in der Haut sitzt, ist er von sehr wenig Gewebe umgeben und das Piercen verläuft relativ schmerzfrei.
Die Verheilung dauert etwa 4 Wochen.
Als Schmuck kann unter anderem ein Micro Banana Barbell oder ein Ball Closure Ring (BCR) getragen werden.
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Horizontales Augenbrauenpiercing

Das Piercing kann auch horizontal in der Augenbraue, aber auch unter oder über der Augenbraue gestochen werden.
Auch Dermal Anchors oder Skindiver können das Auge sehr schön verzieren!
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Augenlidpiercing

Ein Piercing durch das Augenlid ist sicherlich sehr selten anzutreffen.
Es wird dabei meist der äußere Rand des Augenlides durchstochen. Dieses Piercing ist erstens sehr störend und davon abgesehen auch nicht ganz ungefährlich.
Da diese Stelle kaum zur Ruhe kommt und immer Bewegung und Reibung ausgesetzt ist kann sich der Heilungsprozess erheblich in die Länge ziehen. Lasst euch erst ausführlich von eurem Piercer beraten, ehe ihr euch entscheidet.
Als Schmuck wird ein kleiner Ball Closure Ring eingesetzt.
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Austin Bar-Piercing
Das Austin Bar-Piercing wird waagerecht durch die vordere Knorpelkappe der Nase (Nasenspitze) gestochen.
Es verläuft dabei nicht durch Nasenflügel oder die Nasenscheidewand.
Die Verheilung dauert ungefähr 2 bis 3 Monate.
Als Schmuck eignet sich besonders ein gerader Barbell.
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Bridge-Piercings
Der Stichkanal des Bridge-Piercings verläuft horizontal zwischen den Augen in der Hautfalte über dem Nasenbein.
Damit das Piercing gerade verläuft, muss die Platzierung sehr genau erfolgen. Außerdem darf das Blickfeld nicht behindert werden. Beim Bridge-Piercing können unter Umständen wichtige Nervenbahnen gestört werden, weswegen man auch bei diesem Piercing unbedingt einen professionellen Piercer aufsuchen sollte.
Die Verheilung dauert etwa 4 bis 7 Wochen.
Als Schmuck eignet sich ein Banana Barbell am besten, weil bei ihm das Risiko des Herauswachsens relativ klein ist.
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Vertical Bridge

Beim Vertikalen Bridge verläuft der Stichkanal senkrecht zwischen den Augen bzw. den Augenbrauen.
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Cheek-Piercing

Das Cheek-Piercing (Wangenpiercing) befindet sich, wie der Name schon sagt, in der Wange.
Häufig an der Stelle eines Grübchens. Dieses Piercing sollte nur von einem professionellen Piercer durchgeführt werden, da in diesem Bereich des Gesichts viele wichtige Arterien und Nervenbahnen verlaufen.
Die Verheilung dauert 6 bis 8 Wochen.
Da man mit einer sehr starken Schwellung des Bereiches um das Piercing rechnen muss, ist als Erstschmuck auf jeden Fall ein ausreichend langer Labret Stud zu wählen.
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Chin-Piercing

Beim Chin-Piercing (Kinnpiercing) verläuft der Stichkanal vertikal durch die Spitze des Kinns.
Bei diesem Piercing ist auf die Beschaffenheit des Hautgewebes zu achten, also ob genügend Gewebe am Kinn vorhanden ist. Ansonsten besteht immer die Gefahr, dass das Piercing bald wieder rauswächst. Das Chin-Piercing kann auch horizontal durchs Kinn gestochen werden.
Die Abheilung kann allerdings etwas schwierig und langwierig werden, da dieser Bereich zum Beispiel beim Kauen stark beansprucht wird und sich somit öfter in Bewegung befindet.
Als Piercingschmuck wird ein gebogener Piercingstab (Curved Barbell) eingesetzt.
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Eskimo-Piercing
Das Eskimo-Piercing sitzt vertikal in der Unterlippe.
Es beginnt unterhalb der Lippe und endet im Lippenrot, in der Mitte der Lippe. Vorteil von dieser Piercingart ist, dass der Stecker nicht mit Zähnen oder Zahnfleisch in Verbindung kommt und somit keine Schädigung dieser Partien entsteht.
In den ersten Tagen sollte auf Alkohol und Tabak verzichtet werden, dann dauert die Verheilung etwa 4 Wochen.
Als Schmuck ist ein Banana Barbell zu empfehlen.
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Jestrum Piercing
Das Jestrum Piercing verläuft vertikal durch die Mitte der Oberlippe und tritt dabei aus der Hautfalte zwischen Oberlippe und Nase (Philtrum) wieder heraus.
Aufgrund vieler Nerven, die an dieser Stelle entlang laufen, kann das Stechen des Jestrum Piercings als relativ schmerzhaft empfunden werden.
Die Dauer der Verheilung liegt bei etwa 2 bis 6 Monaten und als Schmuck wird ein Curved Barbell eingesetzt.
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Labret-Piercing

Als Labret-Piercing wird ein Piercing bezeichnet, das durch die Unterlippe gestochen wird.
Verläuft der Stichkanal vertikal spricht man von einem vertikalen Labret (Eskimo-Piercing). Das Labret kann sowohl zentral in der Mitte der Unterlippe eingesetzt werden, als auch seitlich versetzt. Außerdem können mehrere Piercings symmetrisch (Venom-Piercing) oder seitlich zu einem Paar (Snakebites) angeordnet werden.
Die Verheilung dauert ungefähr 4 Wochen und man sollte währenddessen auf Alkohol und Tabak verzichten.
Als Schmuck eignen sich besonders spezielle Labret Studs, aber auch ein Ball Closure Ring (BCR) oder Circular Barbell.
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Horizontal Labret
Der horizontaler Labret-Piercing ist sehr selten und wird horizontal, also von links nach rechts, durch die Unterlippe gestochen. Beide Piercing-Kugeln sind sichtbar. Es empfiehlt sich, Piercing-Schmuck aus PTFE zu tragen.
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Lane Piercing
Das Lane Piercing wird waagerecht durch das Lippenrot der Unterlippe gestochen.
Da es sich um ein Oberflächenpiercing handelt, besteht das Risiko, dass der Schmuck herauswächst und sich eine Narbe bildet.
Die Abheilung dauert etwa 2 bis 6 Monate. Während der ersten Zeit sollte auf Tabak und Alkohol verzichtet werden, um die Wunde nicht unnötig zu reizen und den Abheilungsprozess zu beschleunigen.
Als Schmuck sollte ein Curved Barbell oder ein Survace Barbell verwendet werden.
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Lippenbändchenpiercing
Als Lippenbändchenpiercing bezeichnet man meistens ein Piercing, das in dem Lippenband, welches die Oberlippe in der Mitte mit dem Zahnfleisch verbindet sitzt.
Da das Lippenbändchen sehr dünn ist und aus Schleimhautgewebe besteht treten meist keine Komplikationen während der Heilung auf. Man sollte jedoch besonders in den ersten Tagen auf Alkohol, Tabak, scharfe und säurehaltige Speisen verzichten und regelmäßig eine Spülung zum Gurgeln verwenden.
Die Verheilung dauert dann etwa 2 bis 3 Wochen.
Als Schmuck werden spezielle Ball Closure Rings (BCR) mit abgeflachter Klemmkugel angeboten, damit die Schädigung der Zähne verringert werden kann, wenn der (oft zu groß gewählte) Schmuck auf den Schneidezähnen aufliegt. Im Normalfall sollte das Piercing aber oberhalb der Zähne am Zahnfleisch enden, wo es keine dauerhaften Schäden hinterlässt.
Die geringste Gefahr der Zahnschädigung besteht aber durch den Einsatz eines Barbells, welchen man allerdings nicht sichtbar tragen kann, da er von der Oberlippe verdeckt wird.
Frowny Piercing
Das Frowny-Piercing ist die Alternative zum “normalen” Lippenbändchen-Piercing. Dabei wird das kleinere Bändchen der Unterlippe gepierct.
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Lowbret-Piercing
Wird das Labret-Piercing sehr tief, also schon vielmehr Richtung Kinn gestochen, spricht man von einem Lowbret-Piercing.
Sie werden so tief plaziert, dass sie gerade noch durch die Unterlippe gestochen werden können.
Die Verheilung dauert ungefähr 4 Wochen und man sollte währenddessen auf Alkohol und Tabak verzichten.
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Vertical Lowbret
Der Vertical-Lowbret-Piercing ähnelt eigentlich eher einem Cheek-Piercing. Er verläuft durch den unteren Teil der Wange und tritt im Mund direkt neben dem Kieferknochen, nahe der Zahnwurzeln wieder aus. Vertical-Lowbrets werden meist paarweise getragen. Der Barbell, der für dieses Piercing benötigt wird, muss mindestens 3,5 cm lang sein.
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Madonna-Piercing
Das Madonna-Piercing sitzt links oder rechts über der Oberlippe.
Da es dort den Eindruck eines Schönheitsfleckes erweckt, bezeichnet man es auch als Chrome Crawford, Marilyn- oder Monroe-Piercing. Da das Piercing durch Muskelgewebe gestochen wird, kann es zu einer größeren Schwellung kommen als in anderen Bereichen des Gesichtes.
Wie bei allen Piercings im Mundbereich wird geraten, die ersten 24 Stunden nach dem Stechen, auf Alkohol und Tabak zu verzichten.
Die Verheilung dauert etwa 4 bis 7 Wochen.
Als Schmuck werden überwiegend Labret Studs eingesetzt.
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Mandible-Piercing
Das Mandible-Piercing ist ein sehr exotisches und sehr seltenes Piercing.
Es wird vertikal vom Kinn bis in den Mundraum unter der Zunge gestochen.
Die Verheilung ist recht kompliziert und langwierig (ca. 2-6 Monate). Als Piercingschmuck wird ein längerer Barbell eingesetzt
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Medusa-Piercing
Das Medusa-Piercing wird mittig in die Hautfalte zwischen Nase und Oberlippe gestochen.
Im Bereich der Lippen wird das Stechen dieses Piercings als besonders schmerzhaft empfunden. Auf jeden Fall sollte nach dem Abheilen ein kürzerer Stecker eingesetzt werden, um Schädigung der Zähne und des Zahnfleisches zu verringern.
Wie bei allen Piercings im Mundbereich wird geraten, die ersten 24 Stunden nach dem Stechen, auf Alkohol und Tabak zu verzichten.
Die Verheilung dauert etwa 4 bis 6 Wochen.
Als Schmuck eignet sich ein Labret Stud.
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Nasallang-Piercing

Bei dem eher seltenen Nasallang-Piercing verläuft der Stichkanal waagerecht durch beide Nasenflügel und die Nasenscheidewand.
Es liegen also zwei Nostril-Piercings und ein Septum-Piercing auf gleicher Ebene und werden mit einem langen Barbell verbunden.
Die Verheilung dauert 2 bis 3 Monate.
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Nick-Piercing
Das extrem seltene Nick-Piercing wird im oberen Bereich der Oberlippe gestochen und tritt unterhalb des Augenbereichs auf der Wange wieder aus.
Es ist praktisch das Gegenstück zum Lowbret-Piercing und auch ein sehr riskantes Piercing. Es besteht die Gefahr, den Triginusnerv zu schädigen, der an dieser Stelle seine Ausläufer hat. Dadurch könnte der Speichelfluss gestört werden.
Als Piercingschmuck wird ein Barbell verwendet.
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Nose Tip Piercing

Das Nose Tip Piercing (auch Rhino Piercing oder Nasenspitzenpiercing) verläuft von der Nasenspitze nach innen, wo es in einem der beiden Nasenlöcher wieder austritt.
Was man am Ende sieht, ist nur eine Piercingkugel auf der Nasenspitze.
Das Nose Tip Piercing ist ein eher seltenes Piercing. Die Veheilung dauert ca. 2 bis 3 Monate und als Schmuck wird ein gerader Piercingstab (Barbell) eingesetzt.
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Nostril-Piercing
Das Nostril-Piercing ist wohl das am häufigsten vorkommende Piercing in der Nase.
Es befindet sich im linken oder rechten Nasenflügel, es können aber auch mehrere Piercings in einer Reihe (Venom-Piercing) oder beidseitig getragen werden. Oft bieten Juweliere das Schießen mit einer Ohrlochpistole an, wovon jedoch unbedingt abzuraten ist, da dabei das Gewebe einreißen kann. Da in dieser Region viele Nerven entlanglaufen, kann das Stechen als sehr schmerzhaft empfunden werden.
Die Verheilung dauert etwa 4 Wochen und verläuft bei richtigem Stechen meistens ohne Probleme.
Als Schmuck können sowohl Nasenstecker, als auch Labret Studs oder Ball Closure Rings (BCR) eingesetzt werden.
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Philtrum Piercing
Das Philtrum Piercing verläuft waagerecht durch die Hautfalte, welche sich senkrecht von der Nase über die Mitte der Oberlippe herabzieht.
Das Stechen in diesem Bereich kann als sehr schmerzhaft empfunden werden, da hier sehr viele Nervenstränge zusammenlaufen.
Die Verheilung Dauert 2 bis 6 Monate und als Schmuck kann ein Curved oder Surface Barbell eingesetzt werden.
Wenn man schon ein Septum-Piercing hat und das Septum gedehnt hat, kann man sich zusätzlich einen Septril-Piercing stechen lassen.
Der Stichkanal verläuft dann durch die Nasenscheidewand, praktisch in das gedehnte Septum hinein, so dass von außen nur eine Piercingkugel knapp unter dem Septum, in der Mitte zwischen den beiden Nasenlöchern, zu sehen ist.
Das Septril kann aber auch vertikal gestochen werden, sodass die Kugel dann auf der Nasenspitze liegt (ähnlich wie beim Nose Tip).
Als Schmuck wird hier ein Labret eingesetzt.
Das Septril-Piercing ist ein sehr seltenes und relativ unbekanntes Piercing. In Deutschland ist es kaum verbreitet. Wichtig ist, dass man das Septum vorher gedehnt hat, da dieses Piercing sonst nicht möglich ist. Auch sollte man das Piercing nur von einem erfahrenen Piercer stechen lassen.
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Septum-Piercing

Das Septum-Piercing wird am unteren Ende der Nasenscheidewand durch das dortige Mischgewebe aus Haut und Knorpel gestochen.
Da diese Stelle sehr uneben ist, ist es schwierig das Piercing gerade zu stechen. Der Schmerz ist am geringsten, wenn der Stichkanal nur durch das dünne Häutchen der Nasenscheidewand verläuft, sodass kein Knorpel getroffen wird. Besonders zu beachten ist beim Septum-Piercing die Hygiene während Erkältungen und Schnupfen.
Die Verheilung dauert 2 bis 3 Monate.
Als Ersteinsatz ist ein Ball Closure Ring (BCR) oder ein Circular Barbell ratsam. Bei späterer Dehnung des Piercings sollte man auf die dauerhafte Deformierung des Knorpels achten.
Um das Piercing nicht sichtbar zu tragen, gibt es sogenannte Septum Keeper, die das Zuwachsen des Stichkanals verhindern sollen, ohne dass man den Schmuck sieht. Es kann auch ein Circular Barbell eingesetzt werden, der nach oben in die Nasenhöhle geklappt wird.
Auch beim Septum-Piercing besteht die Möglichkeit des Dehnens.
Und ist das Septum einmal gedehnt, könnte man sich z.B. auch einen Septril-Piercing stechen lassen, dessen Stichkanal frontal durch die Nasenscheidewand verläuft.
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Snakebites
Als Snakebites bezeichnet man zwei Labret-Piercings, die symmetrisch links und rechts an der Unterlippe gestochen werden.
Die Verheilung dauert ungefähr 4 Wochen und als Piercingschmuck eignet sich entweder ein Labret Stud oder ein Ball Closure Ring (BCR).
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Oberflächenpiercings
Oberflächenpiercings (auch Surface-Piercings) werden durch Stellen des Körpers gestochen, die weder nach außen noch nach innen gewölbt sind.
Das heißt der Ein- und Austritt des Stichkanals liegen auf einer Ebene und das Piercing liegt somit nur an der Oberfläche des Körpers.
Diese Piercings stehen fast immer unter einer erhöhten Spannung.
Das kann die Abheilung sehr langwierig gestalten und zum Herauswachsen des Schmuckes (verbunden mit Narbenbildung) führen.
Sogenannte Surface Barbells können dieses Risiko jedoch minimieren, da sie durch eine 90°-Biegung der Enden in gleiche Richtung die Spannung verringern. Banana Barbells werden zwar oft verwendet, trotzdem sind diese eher ungeeignet, da durch die aufgeschraubten Kugeln Druckstellen auf der Haut auftreten können.
Wichtig bei allen Oberflächenpiercings ist neben dem richtigen Schmuck auch die richtige Platzierung.
Der Surface Barbell sollte nicht zu tief sitzen, weil dann die Kugeln auf die Haut drücken, was Rötungen und Entzündungen hervorrufen kann. Bei nicht tief genug eingesetztem Schmuck ragen die Enden noch zu weit aus dem Stichkanal heraus und reizen durch Umkippen das umliegende Gewebe.
Zu den klassischen Oberflächenpiercings zählen das Augenbrauenpiercing, das Bridge-Piercing, das Christina-Piercing, das Hafada-Piercing, das Nackenpiercing und das Handweb.
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Uvula-Piercing
Das Uvula-Piercing wird durch das Gaumenzäpfchen im Rachen gestochen.
Das Tragen von Schmuck löst an sich keinen Würgreflex aus, jedoch kann dieser das Stechen erschweren, was mit einer speziellen um 90° gebogenen Nadel erfolgt.
Die Verheilung läuft meistens relativ zügig und unkompliziert ab und dauert etwa 2 bis 4 Wochen. Währenddessen sollte aber auf Alkohol, Tabak, sowie auf scharfe oder säurehaltige Speisen verzichtet werden.
Als Schmuck eignet sich hier ausschließlich ein besonders feiner Ball Closure Ring (BCR).
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Venom-Piercing
Beim Venom-Piercing handelt es sich um eine Anordnungsmethode.
Mehrere Piercings werden symmetrisch oder paarweise angeordnet.
Am häufigsten sieht man dies wohl an Ohren, Lippen oder Zunge. Man kann diese Variante aber auch an der Nase, im Bauchnabel oder im Intimbereich einsetzen, um nur einige Beispiele zu nennen.
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Zungenbändchenpiercing
Das Zungenbändchenpiercing wird durch das dünne Häutchen gestochen, an dem der untere, mittlere Teil der Zunge mit dem Boden der Mundhöhle verwachsen ist.
Allerdings ist es nicht bei jedem möglich, da das Zungenbändchen bei manchen eingerissen oder nicht ausreichend ausgeprägt ist. Deswegen sollte man sich erst von einem Piercer beraten lassen.
Man sollte sich bewusst sein, dass der eingesetzte Schmuck mit Zahnfleisch und Zähnen in Kontakt kommt, was auf Dauer Schädigungen des Zahnschmelzes und des Zahnfleisches verursachen kann.
Wie andere Schleimhautpiercings, verheilt das Zungenbändchenpiercing zügig und problemlos, wenn während dieser Zeit auf Alkohol, Tabak, scharfe und säurehaltige Speisen verzichtet und mit einer Spülung zur Pflege gegurgelt wird.
Die Verheilung dauert etwa 4 bis 6 Wochen.
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Zungenpiercing

Das Zungenpiercing wird für gewöhnlich vertikal mittig durch die Zunge gestochen.
Beim Stechen muss darauf geachtet werden, dass das Zungenbändchen nicht verletzt wird und der Stecker so gesetzt wird, dass er die Zähne nicht beschädigen kann. Außerdem laufen durch den Zungenmuskel verschiedene wichtige Nerven und Venen, weswegen man dieses Piercing unbedingt nur von erfahrenen und professionellen Piercern stechen lassen sollte.
Nachdem die Zunge während der ersten 48 Stunden enorm anschwellen und es zu Behinderungen beim Essen und Sprechen kommen kann, verheilen Zungenpiercings meist recht schnell innerhalb etwa 3 bis 4 Wochen.
Beim Abschwellen kann das Lutschen von Eiswürfeln auf angenehme Weise behilflich sein und die Heilung fördern. Um die Wunde nicht unnötig zu reizen, sollte in den ersten Tagen auf Alkohol, Tabak und Milch, aber auch auf sehr heiße Getränke, Fruchtsäfte, säurehaltige Früchte oder scharfe Speisen verzichtet werden.
Für die Pflege im Mundbereich ist eine Spülung zum Gurgeln ratsam. Als Erstschmuck sollte ein Barbell mit Überlänge eingesetzt werden, welchen man aber schnellstens nach dem Abschwellen der Zunge durch einen kürzeren Stift auswechseln sollte. Dadurch wird das Risiko der Zahnschädigung minimiert, wobei dieses wohl nie ganz auszuschließen ist, da der Schmuck meistens beim Herumspielen oder versehentlichen Zubeißen mit den Zähnen in Kontakt kommt.
Man kann auch mehrere Zungenpiercings hintereinander oder zwei parallele Piercings nebeneinander tragen (Venom-Piercing). Das ist ein Bisschen seltener, sieht aber dafür umso interessanter aus.
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Brustpiercing
Das Brustpiercing (auch Brustwarzenpiercing) kann in beliebiger Ausrichtung durch die Brustwarze oder den Warzenhof gestochen werden, wobei die waagerechte oder senkrechte Position am geläufigsten ist.
Es besteht auch die Möglichkeit mehrere Piercings übereinander zu stechen oder rechtwinklig anzuordnen. Neben dem ästhetischen Reiz führt dieses Piercing oft zu einer Empfindlichkeitssteigerung.
Da an dieser Stelle weder Blut- noch Nervenbahnen verlaufen, ist das Stechen in der Regel nicht sehr kompliziert, sollte aber nur von einem professionellen Piercer ausgeführt werden. Allerdings sollte man bei der Abheilung auf richtige, nicht zu enge Kleidung achten, um das frisch gestochene Piercing nicht unnötig zu belasten. Es gibt die Möglichkeit das Brustwarzenpiercing zu dehnen, um größeren Schmuck einzusetzen. Oft wird befürchtet, dass Frauen mit Brustwarzenpiercing Probleme beim Stillen des Kindes hätten, was jedoch unbegründet ist, solange man den Schmuck während des Stillens entfernt.
Die Verheilung dauert etwa 2 bis 6 Monate.
Als Schmuck gibt es gerade Piercingstäbe (Barbells) , Piercingringe (BCR / CBR / Segmentringe) oder verschiedene Nipple Shields, die sich dafür eignen.
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Clavicle Piercing
Das Clavicle Piercing (auch Collarbone Piercing) wird an der Stelle des Schlüsselbeines gestochen.
Und zwar genauer gesagt unter dem Schlüsselbeinknochen entlang. Es ist sehr riskant dieses Piercing zu stechen, da an dieser Stelle des Körpers wichtige Gefäße (Arterie und Vene) entlanglaufen. Daher sollte dieses Piercing, wenn überhaupt, nur von wirklich sehr erfahrenen Piercern gestochen werden.
Wenn es richtig gestochen wird und danach gut weiter behandelt wird, beträgt die Heilungszeit etwa 2 bis 6 Monate, kann sich allerdings auch bis zu einem Jahr hinziehen.
Als Schmuck wird ein sehr langer gebogener Barbell eingesetzt. Lasst euch auch bei diesem Piercing erst ausführlich von eurem Piercer beraten, ehe ihr euch entscheidet.
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Sternum

Das Sternum (auch Cleavage) Piercing sitzt im Dekoltee, meist vertikal zwischen den Brüsten und gehört zu den Oberflächenpiercings.
Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Piercing wieder herauswächst, sehr hoch und es könnten sich Narben bilden.
Die Verheilung kann bis zu einem Jahr dauern und als Schmuck sollte unbedingt ein Surface Barbell oder PTFE eingesetzt werden.
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Oberflächenpiercings
Oberflächenpiercings (auch Surface-Piercings) werden durch Stellen des Körpers gestochen, die weder nach außen noch nach innen gewölbt sind.
Das heißt der Ein- und Austritt des Stichkanals liegen auf einer Ebene und das Piercing liegt somit nur an der Oberfläche des Körpers.
Diese Piercings stehen fast immer unter einer erhöhten Spannung.
Das kann die Abheilung sehr langwierig gestalten und zum Herauswachsen des Schmuckes (verbunden mit Narbenbildung) führen.
Sogenannte Surface Barbells können dieses Risiko jedoch minimieren, da sie durch eine 90°-Biegung der Enden in gleiche Richtung die Spannung verringern. Banana Barbells werden zwar oft verwendet, trotzdem sind diese eher ungeeignet, da durch die aufgeschraubten Kugeln Druckstellen auf der Haut auftreten können.
Wichtig bei allen Oberflächenpiercings ist neben dem richtigen Schmuck auch die richtige Platzierung.
Der Surface Barbell sollte nicht zu tief sitzen, weil dann die Kugeln auf die Haut drücken, was Rötungen und Entzündungen hervorrufen kann. Bei nicht tief genug eingesetztem Schmuck ragen die Enden noch zu weit aus dem Stichkanal heraus und reizen durch Umkippen das umliegende Gewebe.
Zu den klassischen Oberflächenpiercings zählen das Augenbrauenpiercing, das Bridge-Piercing, das Christina-Piercing, das Hafada-Piercing, das Nackenpiercing und das Handweb.
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Bauchnabelpiercing
Das Bauchnabelpiercing wird senkrecht durch die obere oder untere Hautfalte, die den Nabel umgibt gestochen.
Es kann aber auch seitlich angeordnet werden oder in die Bauchdecke um den Nabel herum eingesetzt werden.
Beim Bauchnabelpiercing kommt es stark auf die Anatomie des Trägers an. Ist der Nabel nach außen gewölbt, ist es üblicherweise nur möglich den Nabel selbst anstelle des umliegenden Hautgewebes zu piercen. Deswegen sollte man sich bei einem professionellen Piercer beraten lassen. Das eigentliche Stechen wird nicht unbedingt als sehr schmerzvoll empfunden, jedoch ist der Heilungsprozess bei Bauchnabelpiercings ein sehr langwieriger und kann sich als kompliziert gestalten.
Da die Partie um den Bauchnabel durch Laufen, Bücken und die Kleidung ständig belastet ist, bedarf dieses Piercing intensiver Pflege und Sorgfalt. Man sollte unbedingt auf passende Kleidungsstücke achten, die nicht auf die Piercingstelle drücken oder reiben (z. B. Gürtel usw.).
Die Verheilung dauert dann ungefähr 2 bis 6 Monate.
Als Schmuck ist ein Banana Barbell wohl am gebräuchlichsten, kann jedoch auch durch einen BCR oder speziellen Bauchnabelschmuck ersetzt werden.
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Bauchnabel Industrial Piercing

Beim Bauchnabel Industrial Piercing verläuft der Stichkanal senkrecht durch die obere und die untere Hautfalte des Bauchnabels.
Es ist also eine Variante des weit verbreiteten und oft gesehenen Bauchnabelpiercings. Ein Bauchnabel Industrial Piercing ist nicht bei jedem möglich. Wenn zum Beispiel der Bauchnabel sehr stark nach außen gewölbt ist, kann dieses Piercing nicht durchgeführt werden. Sprich deshalb vor deiner Eintscheidung mit deinem Piercer.
Die Heilungsdauer beträgt wie beim einfachen Bauchnabelpiercing 2 bis 6 Monate, kann sich jedoch auch noch weiter in die Länge ziehen. Wenn man allerdings auf die richtige Hygiene, sowie nicht zu enge Kleidung achtet und es sorgfältig behandelt, dann wird man sicher keine Probleme haben.
Als Schmuck eignet sich besonders ein Curved Barbell.
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Microdermal

Unter Microdermal (auch Dermal Anchor, Hautanker, Skinplate) versteht man Schmuck, bei dem eine Platte aus Titan unter die Haut gesetzt wird, sodass der Schmuck einwächst.
Auf dieser Platte sitzt ein senkrechter Stab mit Innengewinde, in welches verschiedene Aufsätze geschraubt werden können. Microdermals lassen sich durch ihre geringe Größe (2mm) einfach einsetzen, können jedoch nicht selbst vom Träger durch Herausschrauben entfernt werden, sondern die Haut muss mittels Skalpell neu geöffnet werden.
Das Einsetzen muss sehr sorgfältig und sauber vorgenommen werden, wird von den meisten gut vertragen und bereitet nur geringe Schmerzen.
Microdermlas haben ein erhöhtes Infektionsrisiko gegenüber Piercings, da es sich hierbei um eine Hauttasche und keinen Stichkanal handelt, aus welchem Wundwasser und Verunreinigungen relativ einfach abfließen oder herausgespült werden könnten.
Die Verheilung der Oberfläche dauert etwa 4 bis 6 Wochen, die Ausbildung der Hauttasche 2 bis 4 Monate.
Das verheilte Microdermal bedarf genauso gründlicher Hygiene, wie das frisch gesetzte Microdermal, da die nach außen offene Hauttasche einen idealen Platz für Keime darstellt. Außerdem sollte man darauf achten, nirgends hängen zu bleiben, da bei einem noch nicht verheilten Microdermal dann die Gefahr besteht, dass dieses schief verwächst.
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Skindiver
Skindiver werden genauso in die Haut gesetzt wie Dermal Anchors. Der Unterschied besteht darin, dass sich die Aufsätze des Skindiver nicht wechseln lassen und dass sie auch etwas kleiner sind als Microdermals.
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Hüftpiercing
Bei dem Hüftpiercing handelt es sich um ein klassisches Oberflächenpiercing, das schräg am Becken nahe den Hüftknochen gestochen wird.
Häufig wird auf beiden Seiten symmetrisch ein Piercing angeordnet (Venom-Piercing).
Durch Bewegung und Kleidung sind diese Stellen aber besonderer Belastung ausgesetzt, sodass sich der Heilungsprozess sehr lang hinziehen kann.
Als Schmuck sollte auch hier ausschließlich ein Surface Barbell durch einen professionellen Piercer eingesetzt werden
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Korsett-Piercing
Beim Korsett-Piercing werden mehrere Piercings senkrecht und symmetrisch den Rücken entlang gestochen.
Diese können dann wie ein Korsett miteinander verschnürt werden.
Gewöhnlich wird diese Art des Körperschmuckes nur vorübergehend gestochen, z. B. für ein Fotoshooting, Modeschauen oder andere Vorführungen.
Eine komplette Verheilung kann auch bei diesem Oberflächenpiercing nicht garantiert werden, ist aber bei entsprechender Sorgfalt (Hygiene, richtige Kleidung usw.) und vor allem Geduld durchaus möglich.
Als Piercingschmuck werden Ball Closure Rings (BCR) verwendet, die jedoch nicht für das ständige Tragen des Korsett-Piercings geeignet sind, da sie herauswachsen. Will man es langfristig behalten, sollte man sich für Surface Barbells entscheiden. Auf diese können Aufsätze angebracht werden, welche die Ringe ersetzen.
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Madison-Piercing
Das Madison-Piercing sitzt waagerecht im unteren Halsbereich, zwischen den zwei Schlüsselbeinen und dem oberen Rand des Brustbeines (Drosselgrube).
Bei diesem Oberflächenpiercing ist die Gefahr des Herauswachsens besonders hoch, weil es einer größeren Spannung ausgesetzt ist. Vor allem während der Heilungsphase sollte peinlichst auf entsprechende Hygiene geachtet und auf Halsschmuck und reibende Kleidung verzichtet werden.
Eine komplette Verheilung des Madison Piercings dauert mindestens 3 Monate und kann nicht garantiert werden.
Als Schmuck sollte unbedingt ein spezieller Surface Barbell eingesetzt werden. Natürlich sind auch Barbells oder Ball Closure Rings (BCR) möglich, jedoch nicht zu empfehlen, da diese besonders dazu neigen herauszuwachsen.
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Nackenpiercing
Das Nackenpiercing sitzt meistens im unteren Bereich des Nackens und kann auch durch mehrere in einer Reihe gestochene Piercings (Venom-Piercing) getragen werden.
Je weiter oben das Piercing gestochen wird, desto geringer ist die Spannung, die bei allen Oberflächenpiercings auftritt.
Die Heilungschancen können nicht zu 100 Prozent gegeben werden, da das Piercing wieder rauswachsen kann, wenn es nicht fehlerfrei gestochen wurde.
Als Schmuck werden Surface Barbells empfohlen.
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Spinal Piercing

Beim Spinal Piercing werden senkrecht oder waagerecht (Spinal Ladder) mehrere Piercings in einer Reihe entlang der Wirbelsäule gestochen.
Diese Art des Piercings gehört zu den Oberflächenpiercings, bei denen immer die Gefahr des Herauswachsens und der Narbenbildung besteht.
Will man Spinal Piercings längerfristig behalten, sollte man auf eine hohe Sorgfalt im Umgang mit ihnen achten (Hygiene, richtige Kleidung, usw.) Dann kann dieses Piercing auch vollkommen abheilen, was allerdings mehrere Monate dauern kann.
Als Schmuck werden Curved Barbells oder Survace Barbells eingesetzt, wobei man auch Ball Closure Rings verwenden kann. Auf jeden Fall sollte man sich vor jeder Entscheidung ausführlich von einem seriösen Piercer beraten lassen.
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Vampire’s Kiss
Vampire’s Kiss (auch Vampire-Bites) ist ein Oberflächenpiercing seitlich am Hals.
Er hat seinen Namen daher, dass es an die Einstich-Wunden nach einem Vampir-Biss erinnert.
Als Piercingschmuck wird ein Surface Barbell eingesetzt.
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Dehnen

Was bedeutet Dehnen von Piercings?
Wenn man davon spricht ein Piercing zu dehnen, meint man damit die Vergrößerung des jeweiligen Stichkanals, um Piercingschmuck mit größeren Durchmessern einsetzen zu können. Am häufigsten geschieht dies beim Lobe-Piercing im Ohrläppchen. Es lassen sich grundsätzlich auch andere Piercings dehnen, allerdings können dabei an vereinzelten Körperstellen Schwierigkeiten auftauchen (z. B. bei Knorpel- oder Oberflächenpiercings).
Wichtig ist, dass das Dehnen von Piercings eine bleibende Veränderung ist, welche in den meisten Fällen nicht von allein wieder rückgängig zu machen ist. Häufig wird aus rein optischem Effekt gedehnt, es gibt aber auch Piercings, bei denen das Dehnen empfohlen wird, um einen höheren Tragekomfort zu erlangen und das Ausreißen zu verhindern.
Welche Methoden des Dehnens gibt es?
Es bestehen verschiedene Möglichkeiten ein Piercing zu dehnen: Das einfache Dehnen mittels unterschiedlicher Hilfsmittel, das Einschneiden des Stichkanals durch einen chirurgischen Eingriff und das sogenannte Dermal Punching (Herausstanzen eines Loches).
Das einfache Dehnen:
Beim einfachen Dehnen wird das Piercing etappenweise vergrößert. Der Stichkanal des Piercings sollte vollständig abgeheilt sein, bevor man mit dem Dehnen beginnt und man sollte unbedingt zwischen mehreren Dehnungsschritten genügend Zeit lassen (mindestens 4 Wochen), damit das Gewebe sich beruhigen und nicht einreißen kann.
Das Dehnen mit Dehnungsstift:
Diese Methode ist wohl die am häufigsten gewählte. Ein konisch verlaufender Dehnungsstift (Taper) wird mit Gleitgel bestrichen und vorsichtig mit dem dünneren Ende in den Stichkanal eingeführt. An das dickere Ende wird der Schmuck angelegt und durch das Weiterschieben des Dehnungsstiftes automatisch eingeführt. Die Durchführung sollte dabei ohne Große Schmerzen erfolgen, lediglich ein kleines Brennen kann normal sein.
Als Alternative gibt es Dehnungssicheln, die man dauerhaft während des Dehnvorgangens trägt und langsam nachschieben kann. Neben diesen gewerblich hergestellten Hilfsmitteln, bedienen sich viele Leute auch selbst angefertigter Dehnungsgegenstände, wie z. B. Kugelschreibern oder Stricknadeln. Hierbei muss allerdings besonders auf saubere und hygienisch einwandfreie Materialien geachtet werden und man sollte ebenfalls nicht auf Gleitmittel (Vaseline oder Öl) verzichten.
Teflon-Band:
Bei dieser Methode wird eine dünne Schicht von nicht-klebendem Teflonband um den Schmuck gewickelt, der dann vorsichtig wieder in den Stichkanal geführt wird. Im besten Fall sollte das Band eine Dicke von 0,1mm haben. Sobald sich das Piercing an den größeren Durchmesser gewöhnt hat, wird eine erneute Schicht des sehr glatten und verträglichen Materiales um den Piercingschmuck gewickelt. Dieser Prozess sollte sich alle 6 Tage wiederholen, um die empfohlene Dehnungsrate von 1mm je Monat zu erreichen. Auf keinen Fall sollte man Isolierband, Tesa oder ähnliches verwenden, weil diese Materialen Klebstoffe enthalten, die vom Körper abgestoßen werden.
Gewichte:
Die traditionellste Methode, die schon seit langer Zeit bei verschiedenen Volksstämmen Anwendung findet, ist das Dehnen mittels schwerer Objekte. Ein Nachteil ist allerdings das unangenehme Empfinden und die dauerhafte Verdünnung des Gewebes.
Ohne Hilfsmittel:
Man kann den Schmuck auch ohne Verwendung von Hilfsmitteln durch den vorhandenen Stichkanal drücken, was jedoch zu vielfachen Problemen führen kann (Blutungen, Entzündungen, Vernarbung, Herausstülpen des Stichkanals). Piercings an Stellen mit viel Bewegung dehnen sich auch oftmals von selbst (z. B. beim Herumspielen am Zungenpiercing).
Schneiden:
Der Stichkanal wird nicht, wie beim Dehnen schrittweise vergrößert, sondern unter Verwendung eines Skalpells aufgeschnitten und auf die gewünschte Größe erweitert. Vereinzelt wird nach dem Einschneiden des Gewebes ein Dehnungsstift eingesetzt, was aber als eine enorm schmerzhafte Methode bekannt ist.
Dermal Punch:
Beim Punchen werden Teile des Gewebes in einer Größe von 2mm bis 8mm heraus „gelocht”. Es kommt dabei oft zu höherem Blutverlust, allerdings verläuft die Abheilungsphase relativ schnell und unkompliziert. Da der Durchmesser des heraus gestanzten Teils genau dem Durchmesser des Schmucks entspricht, treten kaum Druckschmerzen auf.
Was für Schmuck kann eingesetzt werden?
In das abgeheilte gedehnte Piercing kann eine Vielzahl von Schmuck aus verschiedenen Materialien (Holz, Stein, Horn, Bernstein, Glas usw.) eingesetzt werden. Es gibt Ball Closure Rings (BCR) oder Barbells in entsprechend größeren Materialstärken oder spezielle Septum Tusks für das Septum-Piercing. Für das Ohr eignen sich sogenannte Plugs oder Flesh Tunnels.
Was muss bei der Heilung und Pflege beachtet werden?
Zwischen den einzelnen Dehnungsphasen sollten sich die Piercings jedes Mal beruhigen können, das heißt man sollte nicht voreilig schon zur nächsten Größe greifen, denn dadurch können endgültige Schäden (Narbenbildung) entstehen. Wird das Dehnen korrekt durchgeführt ist eine Abheilung später nicht nötig. Sowohl der Piercingschmuck als auch der Stichkanal sollten regelmäßig mit antibakterieller Seife gereinigt werden, um Talgablagerung und Geruchsbildung zu verhindern. Außerdem kann das Gewebe mit Ölen (Jojoba-Öl, VitaminE-Öl, …) gepflegt werden, was durch tägliches Einmassieren gegen Ausdünnung und Narbengewebe vorbeugt.
Welche Schwierigkeiten können auftreten?
Zu Beginn des Dehnens ist die Haut häufig dünner und durchlässiger für Keime und Bakterien, wodurch ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Bei gedehnten Piercings im Mundbereich kann der Schmuck noch leichter zu Zahnschäden führen und das Sprechen enorm beeinträchtigen. Erfolgen zu große oder zu schnelle Dehnungsschritte entstehen Gewebeschäden. Außerdem kann zu stark gedehntes Bindegewebe, sowie Deformationen von Knorpelgewebe meist nicht rückgängig gemacht werden.
Als Schmuck sind Barbells oder Ball Closure Rings (BCR) zu empfehlen.